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Hail to the King! Oder: Warum eine Website kein Baum, sondern ein Dschungel ist.

Eine Website ist kein Baum sondern ein Dschungel. Und wissen Sie, wer in diesem Dschungel der König ist? Der Content, der ist King! Deshalb wird es in diesem Posting um die Inhalte gehen, die wir für unsere Website benötigen und mit denen wir die Ergebnisse des vorherigen Postings Wer, Woher, warum? – Eine Analyse unserer Ziele und Zielgruppen abbilden. Zuerst jedoch eine wichtige Begriffs-Klärung.

Update: Durch die rasante Entwicklung des Designbüro Freise in den Jahren 2016 und 2017 haben wir das Making-of nicht weiter verfolgen können. Zudem haben wir aus strategischen Gründen das hier zum Teil erarbeitete Konzept und Wireframe zwischenzeitlich angepasst. Dennoch erfahren Sie in unserem Website-Making-of einige interessante Konzepte und Basics bei der Erstellung von Websites und Webshops.

Das aktuelle Buzz-Word der Online Marketing-Branche ist Content Marketing. Es beschreibt im wesentlichen ein Vermarktungs-Konzept, das sich abwendet vom klassischen, imperativen KAUF MICH!-Anzeigen-Marketing, hin zu einem Content-zentrierten Ansatz. Zudem ergänzt es die etablierte, eher technologisch kalte Methode der Suchmaschinenoptimierung (SEO) um eine inhaltliche und für den Leser nachvollziehbare relevante Komponente.

Im Prinzip geht es dabei darum, eine Strategie zu entwickeln, die dem Kunden die eigene Marke – oder ein Produkt – über wertvolle Inhalte und nicht durch schlaffe Werbebotschaften nahebringt. Die Zeiten sind nun vorbei, in denen es genügte, mit Getöse und Werbe-Trommeln die Lebenswelt der Konsumenten zu penetrieren oder durch Advertising Schiffsladungen von Usern auf die Seite zu schaufeln, in der Hoffnung, dass irgendeiner schon zufasst.

Längst ist es notwendig, mit Inhalten zu überzeugen.

Content Marketing is the only marketing that’s left. – Seth Godin

Wer sich schon mit den frühen interaktiven Medien – man nannte das mal “Multimedia” – beschäftigt oder seit den 1990ern an Web-Konzepte gearbeitet hat, weiß, dass dies im Prinzip eine willkommene Rolle rückwärts ins Wunderland der Relevanz ist. Eine Strategie, die wir deshalb unseren Kunden seit Jahren nahelegen. Die beste Basis für effektive SEO ist immer noch ein sauberer und relevanter Content, Texte mit einer – auch für Menschen – passablen Keyword-Dichte. Aussagekräftige Fotos. Fesselnde Videos. Es nutzt einfach nichts, Besucher mit Taschenspielertricks aus der Online Marketing-Kiste auf seine Website zu locken und dann dort vorher gemachte Versprechen nicht einzulösen. Dann ist der Besucher schneller wieder weg, als sie Conversion sagen können.

Aus diesem Grund bildet die Website – oder ein Webshop – den Kern nahezu jeder Online Marketing-Strategie. Sie ist fast immer das Ziel aller drumherum platzierten Bemühungen aus Storytelling, Social Media-Kampagnen und allem Weiteren.

Deshalb ist der Content der Website der König und darum soll es im folgenden gehen.

Content-Strategie: Auch ein König braucht Struktur

Um die Inhalte unserer Website zu strukturieren nutzen wir eine Software namens Scapple. (Für die Autoren und Texter unter unseren Lesern: Scapple ist von den selben Entwicklern wie das großartige Schreibwerkzeug Scrivener.) Mit Scapple lassen sich relativ schnell einfache Strukturen abbilden.

Im ersten Schritt definieren wir übrigens noch nicht die konkreten Inhaltselemente – Text, Foto, Video usw. Das tun wir erst zu einem viel späteren Zeitpunkt im Projekt.

In der jetzigen Phasen definieren wir die Content-Themen, die sich für die Website aus der Grundkonzeptphase ableiten lassen und welche Seiten unserer Website sich daraus ergeben.

Diese Findungsphase sieht nach einem ausgiebigen Brainstorming so aus.

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Im nächsten Schritt lauert nun ein klassischer Fehler: Der Versuchung zu erliegen, die erarbeiteten Themen bzw. Content-Blöcke in eine hierarchische Baumstruktur zu bringen.

Dabei widerspricht dies dem Grundgedanken von HTML, der Basis-Technologie des World Wide Web. Dieser besagt nämlich, dass Inhalte sinnvoll miteinander verknüpft werden sollten, so dass der User sich durch Links von einer zur nächsten bewegen kann. Eine Hierarchie ist nicht zwingend notwendig, sondern ergibt sich, wenn überhaupt, aus der Definition eines Menüs. Dies darf jedoch ausschließlich dazu dienen, für den Besucher sinnvolle Einstiege in den Content zu liefern. Es hat keine wirklich ordnende Funktion.

Um diese Verbindungen zu finden, gilt es, im zweiten Schritt darüber nachzudenken, welche Themen einander ergänzen oder welche in einem Zusammenhang stehen. Diese werden dann in Scapple miteinander verbunden.

Nicht erschrecken! Im ersten Ergebnis sieht das so aus:

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Das ist natürlich ein heilloses Durcheinander. Wir bringen das deshalb in eine Ordnung, in der wir die Informationen an Hand der Themen grob clustern.

Bildschirmfoto 2015-02-26 um 21.08.52Was wir nun als nächstes tun ist, dass wir die Umfrage-Ergebnisse aus der Grundkonzeption auf dieses Diagram übertragen und die erarbeiteten Schwerpunkte optisch hervorheben. Visualisiert schaut das dann so aus. Das Blog war übrigens in der Umfrage eher weiter unten. Da ein Blog jedoch ein Pfeiler eines guten Content Marketings ist, ziehen wir es in der Bedeutung nach vorne.

Bildschirmfoto 2015-02-26 um 21.24.48Diese weiß hinterlegten Themen sind nun die Kernpunkte der Website und werden letztlich die Hauptmenüpunkte bilden. Um noch etwas mehr Übersicht zu generieren, picken wir die vermutlichen Untermenüpunkte heraus und markieren diese ebenfalls.

Bildschirmfoto 2015-02-26 um 21.27.09Was wir nun haben ist dann schon eine gewisse Hierarchie. Aber wir haben keinen einzelnen Baum, sondern im Prinzip sechs Themen mit Unterthemen. Diese sind dann aber wieder im sinnvollen Maße miteinander verknüpft. Man könnte also sagen: Bäume, zwischen denen man hin- und herspringen kann. Wie Tarzan mit einer Liane im Dschungel. Und damit auch wir uns in diesem nicht verirren, räumen wir ein letztes Mal auf. Dabei heben wir die Startseite noch einmal explizit heraus. Den Grund dafür liefern wir in einem kommenden Beitrag, in dem wir uns ausschließlich mit dem Thema “Startseite einer Website” beschäftigen werden. Der Ruf dieses wichtigen Navigations-Tools hat in der jüngsten Zeit bei UX-Experten ziemlich gelitten. Wir wollen den wieder herstellen.

Hier nun unsere finale Struktur:

Bildschirmfoto 2015-02-26 um 21.21.51Dieses Diagram werden wir im nächsten Beitrag nutzen, um darüber nachzudenken, wie die Bedienoberfläche unserer Seite aufgebaut sein muss, um dem User eine möglichst gute Usability und User Experience beim Besuch der Website des Designbüro Freise zu gewährleisten.

Internet-Konzepte als Dienstleistung

Content Marketing und Konzepte für Websites und Onlineshops sind keine Raketenwissenschaft. Ein Ergebnis wie das oben gezeigte lässt sich in einem Workshop in wenigen Stunden erarbeiten, bildet jedoch eine solide Basis für das weitere Vorgehen.

Wenn auch Sie Interesse an sauber konzeptionierten Lösungen im Bereich Internet, aber auch Grafik haben, freuen wir uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.